25 Jahre CAMPUS MEDIA Medienlandschaft im Umbruch: Digitalisierung bringt Vielfalt 

Das Audio-Angebot in Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. 
UKW-Radio bleibt mit über 400 Sendern weiterhin die verbreitetste Empfangsart,
wird aber durch neue Technologien ergänzt. 
Mit DAB+ wurden etwa 260 Sender eingeführt, und Webradio boomt mit weit über 1.200 Webradios, die spezifische Musikrichtungen und Nischen bedienen.

25 Jahre CAMPUS MEDIA Medienlandschaft im Umbruch: Quo Vadis altes Radio?

Mit einer Reichweite von rund 90 % (ma Intermedia) behauptet sich der werbefinanzierte Hörfunk in Deutschland weiterhin eindrucksvoll – trotz Streaming, Podcasts & Co. Im Weitesten Hörerkreis bleibt UKW bislang ungeschlagen.

Doch die Technik zieht an: Der Ausstieg aus UKW zugunsten von DAB+ ist politisch beschlossen – die KEF* beendet die UKW-Förderung ab 2033. Schleswig-Holstein macht den Anfang: Als erstes Bundesland stellt es vollständig auf DAB+ um.

Noch ist der Weg holprig: Der DAB+-Gerätebesitz hat sich in den letzten fünf Jahren zwar verdoppelt, liegt aber weiterhin nur bei 20–25 %. Auch die seit 2020 geltende Pflicht für DAB+ in Neuwagen hat den Umstieg bisher kaum beschleunigt.

Der Systemwechsel birgt Risiken: Jüngere Hörer:innen könnten direkt zu IP-basierten Streamingdiensten abwandern. Ältere wiederum drohen verloren zu gehen, wenn die gewohnte UKW-Frequenz plötzlich verstummt.

Fazit: Die UKW-Abschaltung kann kurzfristig zu Reichweitenverlusten führen – vor allem bei privaten Sendern mit geringer digitaler Verbreitung. Für Werbungtreibende heißt das: erhöhte Aufmerksamkeit für Reichweitenentwicklung, Plattform-Mix und digitale Empfangsinfrastruktur in der Mediaplanung.

*) Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten

Autor: Norbert Bügelmeyer